Pressemitteilung: Lila Kreuze gegen Bau der umstrittenen Müllverbrennungsanlage am Kraftwerksstandort Jänschwalde

Im Norden vom Landkreis Spree-Neiße wird die Ablehnung der umstrittenen Müllverbrennungsanlage (MVA) immer deutlicher. Seit Anfang des Jahres stellen immer mehr Einwohner von Dörfern rund um den Kraftwerksstandort Jänschwalde lila Kreuze als Symbol des Widerstands gegen die geplante Anlage auf. Die im Eigentum tschechischer Milliardäre befindliche LEAG plant, am Kraftwerksstandort Jänschwalde eine der größten Müllverbrennungsanlagen Deutschlands zu errichten. Ab 2024 sollen hier bis zu 480.000 Tonnen Abfälle jährlich verbrannt werden. Gegen das Vorhaben gibt es massive Widerstände vor Ort und von Umweltschützern.

„Wir wollen zeigen, dass wir mit der geplanten Müllanlage nicht einverstanden sind. Das ist für uns kein Projekt des Strukturwandels. Wir wollen nicht nach den Belastungen durch die Kohle als Müllkippe der Nation dienen“, sagt Paul Suppan aus Jänschwalde vom Aktionsbündnis contra MVA. Auf die in der Lausitz bekannten gelben Kreuze – als Zeichen gegen die Abbaggerung von Dörfern sowie gegen CO2-Endlager – hat das Aktionsbündnis bewusst verzichtet. „Lila steht für Emanzipation. Und das ist es, was unsere Region dringender denn je braucht. Wir müssen uns endlich lösen von den überholten Dogmen der alten Energieerzeugung. Die Verbrennung von Müll gehört dazu. Statt des Ausbaus von Deponierung und Müllverbrennung brauchen wir mehr Recycling und die Stärkung der Kreislaufwirtschaft“, meint Suppan.

Laut einer vom NABU beim Öko-Institut beauftragten Studie werden durch konsequente Umsetzung entsprechender Maßnahmen für eine Kreislaufwirtschaft in Deutschland perspektivisch zwischen einem Fünftel bis zu einem Drittel weniger Verbrennungskapazitäten benötigt. Übertragen auf Brandenburg bedeutet das, dass die MVA am Kraftwerksstandort Jänschwalde nicht mehr gebraucht wird. Die Errichtung neuer Anlagen konterkariert ganz im Gegenteil sowohl Kreislaufwirtschaft als auch Klimaschutz und kann Müll-Importe verursachen.

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Die Bilder können kostenfrei verwendet werden.
Collage „Lila Kreuze“, Quelle: ideengrün | markus pichlmaier
https://www.aktionsbuendnis-contra-mva.de/wp-content/uploads/2021/02/Rote-Kreuze-v2-1024×683.jpg

Bild „Lila Kreuz und Protestbanner“, Quelle: R. Karge
https://www.aktionsbuendnis-contra-mva.de/wp-content/uploads/2021/02/IMG_1071b-R.Karge-1-1024×683.jpg

Kommentare

  1. Ich erwarte von den zuständigen Ämtern, dass die perspektivischen Aussichten der Müllverbrennung bei der Genehmigung der MVA berücksichtigt werden und die Genehmigung deshalb nicht erfolgen kann. Der Bau und Betrieb der MVA hat auch keinen Einfluss auf den Strukturwandel und den fehlenden Arbeitsplätzen. Im Gegenteil, die Region wird noch unattraktiver durch den Gestank der Schadstoff lastigen Verbrennungs- Abgase, den erhöhten LKW-Verkehr und die dadurch verdreckten Straßen. Die drei Arbeitsplätze, die durch die MVA entstehen, können den Bau auch nicht rechtfertigen. Die gesundheitlichen Folgen der jahrelangen Kohleverstromung wurden bis heute nicht untersucht. Noch immer sind in den Abgasen des Kraftwerkes Jänschwalde Quecksilber-Bestandteile. Die Folgen werden totgeschwiegen. Mit dem Kohleausstieg haben wir nun endlich die Chance auf blühende Landschaften und auf einen Neuanfang in unserer Region. Ich denke da unter anderem auch an den entstehenden Tourismus durch den Cottbus-Ostsee. Der Ostsee in unmittelbarer Nähe zur MVA ist doch undenkbar. Was ist eigentlich mit dem Grundwasser, welchen Einfluss hat die MVA auf die Wasserqualität. Fragen über Fragen, die leider keiner so genau beantworten kann oder beantworten will. Den tschechischen LEAG-Eigentümer, geht es eben auch nur ums Geld. Sie haben mit dem Kraftwerk-Jänschwalde verdient, verdienen mit der Stilllegung nochmal kräftig dazu und wollen auf Kosten unserer Umwelt und Gesundheit durch die MVA weiterhin gut verdienen. Es gibt sicher gute Gründe, warum das nicht in Tschechien passiert.

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