Leserbrief „Region hat Besseres verdient“ von Wilfried Heppner

Bei Umfragen in Jänschwalde und Heinersbrück hat sich die übergroße Mehrheit der Anwohner gegen die neue von der Leag geplante Müllverbrennungsanlage (MVA) ausgesprochen. Aber auch in anderen Anrainer-Gemeinden gibt es starke Kritik an dem Projekt. Viele Anwohner sind vehement gegen den Bau der Anlage. Das ist auch nicht überraschend, denn der „Grenzwert“ für die zumutbare Belastung von Mensch, Flora und Fauna ist schon lange überschritten. Was hat man den Menschen hier in der Region denn schon alles zugemutet: Dörfer abgebaggert, Heimat verloren. Ein Riesenloch nach dem anderen ist entstanden, um die dringend benötigte Kohle für die Energieversorgung bereitzustellen.

Jahrzehntelang Emissionen und Immissionen von Schwermetallen, Feinstaub, Dioxinen und Furanen, PAK (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe/ d. Red.) usw. Das Kraftwerk Jänschwalde zählt zu den „schmutzigsten“ Europas. Genug ist genug. Gesundheit sollte doch immer Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen haben.

Müllverbrennungskapazität ist in Deutschland im Übermaß vorhanden. Neue MVA sind unnötig. Die Region hat Besseres verdient als nur 50 Arbeitsplätze – deren Schaffung sich negativ auf Lebensqualität und Regionalentwicklung auswirken würde.

Was uns hier droht, das hat nichts mit Strukturwandel zu tun. Entscheidungsträger müssen umdenken. Wir wollen endlich saubere Luft ohne Schadstoffe und toxische Nanopartikel einatmen können. Es gibt genügend Studien, die belegen, dass durch Müllverbrennungsanlagen Atemwegserkrankungen, Krebs und Herz-Kreislaufbeschwerden begünstigt werden.

Was für eine Hypothek geben wir denn unseren Kindern und Enkelkindern mit auf den Weg, wenn wir den Bau der MVA zulassen? MVA haben eine Laufzeit von 20 bis 60 Jahren. Das könnte theoretisch bedeuten, dass noch im Jahre 2080 hier Müll verbrannt wird (alte Anlagen werden stillgelegt, neue laufen länger).

Die Leag ist aufgefordert, auf innovative, nachhaltige Konzepte betreffs Arbeitsplatzsicherung zu setzen. Müllverbrennung ist das Gegenteil davon und konterkariert den dringlichst erforderlichen Strukturwandel.

 

Wilfried Heppner,Turnow-Preilack

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